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Die Digitalisierung rollt in die Zukunft

Werden wir in 50 Jahren noch selbst mit dem Auto fahren? Auf Straßen oder in der Luft? Angetrieben von Benzin, Gas, anderen natürlichen oder chemischen Stoffen?

Diese Frage erscheint dieser Tage wie ein Blick in die verkehrspolitische Glaskugel. Doch der Weg wird beschritten. Planungen für eine erste Teststrecke zum autonomen Fahren in ländlicher Region sind in Südwestfalen auf den Weg gebracht und zeigen, dass erste Schritte dorthin immer konkreter werden. Gewiss gibt es im Autoland Deutschland, wo der PKW immer auch als Statussymbol gilt, eine gesunde Skepsis gegenüber neuen Technologien, doch sie versprechen, viele Verkehrsprobleme des 21. Jahrhunderts zu lösen.

 

Die Herausforderungen sind vielfältig. Je größer die Stadt, desto geringer ist der Parkraum, zudem sind die meisten stadtinternen Fahrten oft nicht die beste Lösung. Individualverkehr im klassischen Sinne ist selten besonders effizient und verschärft die Dichte des Verkehrsaufkommens insgesamt. In ländlichen Räumen sind dagegen oft größere Entfernungen zu überbrücken. Zugleich ist es meist nicht effizient, ein flächendeckendes Bus-Liniennetz aufzubauen. Das Resultat: der Weg zur nächsten Bushaltestelle ist weit und er kommt teils nur ein- oder zweimal pro Stunde. Mobilität wird eingeschränkt.

 

„Die Digitalisierung von Mobilität kann uns in Südwestfalen helfen, derartige Probleme zu lösen“, ist CS-Geschäftsführer Christoph Neumann überzeugt. „Dazu bedarf es allerdings noch einer großen Entwicklungsarbeit, denn autonomes Fahren erfordert ein leistungsfähiges Funknetz zur Steuerung, eine zuverlässige Sensor- und Kameratechnik und ein gutes Glasfasernetz zur Datenübertragung. Hierin verbirgt sich eine zweite Chance für unsere Region, denn die Entwicklung und Verbesserung von Schlüsseltechnologien erschließt den Automobilzulieferern bei uns einen neuen Markt,“ so Neumann weiter. „Auch die Erschließung neuer Geschäftsmodelle in Bezug auf die Mobilität der Zukunft ist ein Wirtschaftsfaktor. Aufgrund dieser gleich dreifachen Chance auf Weiterentwicklung wollen wir uns beim Campus Symposium in einem Panel mit Experten diesem Thema widmen. Mit Manuel Gerres von der Deutschen Bahn, Roland Werner von Uber, Christina Herzog von Opel und Bernd Reichelt von den Stadtwerken Menden haben wir Experten, Persönlichkeiten und Perspektiven gewinnen können,“ unterstreicht Neumann.

 

In den Städten wird der Raum immer knapper. Es braucht neue Konzepte, um bezahlbar, verlässlich und ohne zeitaufwendige Parkplatzsuche unterwegs zu sein. Roland Werner von Uber wird darlegen, inwieweit die Ridesharing-Angebote des US-Startups dazu beitragen, diese Vision zu verwirklichen. 

 

Manuel Gerres ist Managing Director der Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH und leitet die New Digital Business Unit des Konzerns. Ziel dieser Bahn-Tochter ist es, innovative Ideen im Mobilitäts- und Logistikbereich zu fördern und in eigene Geschäftsmodelle einzubinden. Die Zusammenarbeit mit Startups stellt dabei einen wichtigen Innovationsfaktor für Großunternehmen wie die Bahn dar. Beispiele für digitale Innovationen sind Konzepte wie Mobility on Demand, das vom klassischen Haltestellensystem abrückt, oder Connected Signals, das die Vernetzung von Fahrzeugen und Ampeln vorsieht, um Staus und Unfälle zukünftig zu verhindern. Für Gerres wird die Digitalisierung der Mobilitätsbranche zu ähnlich großen Umwälzungen führen, wie es bereits in der Medienbranche geschehen ist. 

 

Christina Herzog ist Marketing-Managerin mit jahrelanger Erfahrung in der Autoindustrie. Als Direktorin Marketing Deutschland, Sales, Marketing & Aftersales Germany bei Opel bringt sie ihren Einblick in eine Branche ein, die schon seit einigen Jahren neben dem Verkauf von Fahrzeugen auch digitale Angebote und Dienstleistungen entwickelt.

 

Bernd Reichelt ist einer der Köpfe des Projekts zur Teststrecke autonomes Fahren in Südwestfalen. Als Geschäftsführer der Stadtwerke Menden hilft er bei der Koordination des Projekts, an dem regionale Unternehmen wie Kirchhoff Automotive, Trilux, Mennekes, HJS, der Unternehmensverband Westfalen-Mitte, die Fachhochschule Südwestfalen, die Technische Uni Dortmund, der TÜV Rheinland, drei Landkreise sowie die Bezirksregierung Arnsberg beteiligt sind. Reichelt wird über den aktuellen Stand, Chancen und Herausforderungen berichten.